#readme – Lesung & Ausstellung mit Gästen

Nach den vielfältigen Erfahrungen mit/bei Lesungen im letzten Jahr überkam mich die Lust, selbst eine Lesung mit Gästen zu initiieren. Und zwar am liebsten in einem Kunstraum – schließlich arbeite ich schon immer interdisziplinär. So stand für mich auch sofort fest, wenn ich unbedingt als Gastautor einladen wollte: Autor & Verleger Jürgen Volk mit seinem Roman Unbedingt“ über Van Gogh und Gauguin im gelben Haus. Eine achtwöchige Wohngemeinschaft, die bis heute die Kunstgeschichte in Atem hält und mit einem abgeschnittenen Ohr endete. Der Roman erlebt momentan als Taschenbuch im Bernstein Verlag seine 2.Auflage, als E-Book bei Edel Elements. Jürgen Volk selbst ist Mitgründer des Verlags duotincta, dessen Programm ich sehr schätze und mit dem ich als Verlegerin darum außerordentlich gerne kooperiere. So ergab sich auch organisch die Einladung des zweiten Gastautors: Daniel Breuer. 2017 erschien sein Romandebüt „nathanroad.rec“ bei duotincta, das ich mit großer Begeisterung gelesen hatte und von dem ich überzeugt bin, das es das Potential hat, Literaturgeschichte zu schreiben.

     

     

Natürlich wollte ich auch selbst mitlesen – und entschied mich für eine Manuskrpitlesung: Einen kürzeren Text aus meinem neuen Erzählband „Vom Miteinander“. (In den nächsten Wochen werde ich übrigens alle Texte des neuen Buchs hier auf dem Blog kurz vorstellen.)

Als Raum bot sich der Artspace „im_raum“ der Fotografin Anke Jungbluth an – er befindet sich im Souterrain des Hauses, in dem sowohl moi wie auch der VHV-Verlag ansässig sind. Anke war sofort angetan von der Idee – und naheliegend, die Ausstellung in gleicher Formation wie schon einmal vor einem Jahr anzugehen mit Lisa Büscher (Skulptur/Installation) und mir (text-based Art) zur Vervollständigung der künstlerischen Disziplinen.

      

Der Abend war sehr gut besucht, das Format stieß auf großes Interesse – zwar erst einmal hauptsächlich im Freundes-Bekanntenkreis und in der Nachbarschaft (DANKE allen, die da waren!) – aber so ist das ja in der Regel, bei künstlerischen Projekten. Auch das Feedback war mehr als ermutigend. Es hat allen so gut gefallen, dass ein #2 unausweichlich ist. Wogegen ich natürlich nicht einzuwenden habe. Also: Wenn euch demnächst ein #readme 2 begegnet – Termin notieren und vorbeischauen! Ihr werdet es lieben.

(Lesungen v.o.n.u.: Daniel Breuer, „Grand Mal“; Jürgen Volk, „Unbedingt“; Victoria Hohmann, „Vom Miteinander“.

Fotos: Geneviève Debien, Andreas Vierheller, Victoria Hohmann).

 

Gastlesung bei den „#4 Lesezeiten“ des Verlags duotincta

Viel zu lang ist es schon wieder her, dass ich als Autorin und Verlegerin bei der Lesereihe des Verlags duotincta zu Gast sein durfte. Das war nämlich bereits im letzten Jahr. Um genau zu sein am 18.Dezember. Besagte Lesereihe trägt den hübschen Namen „Die #4 Lesezeiten“ und findet, wie unschwer zu erraten, quartalsweise statt. Neuer Leseort ist das Periplaneta Literaturcafé hier in Berlin. (Die nächste Lesezeit kommt also bestimmt. Bei Gelegenheit darum aufmerken und hingehen!)

Gemeinsam mit Stefanie Schleemilch durfte ich zu den Themen: „Hass, Chauvinismus, Sexismus, Diffamierung, sexuelle Gewalt bzw. Stichwort #metoo“ (wie die Vorankündigung lockte) den Abend gestalten. 😉 🙂

Gelesen habe ich aus meinem aktuellen Erzählband „Vom Dazwischen“. Einen ausführlicheren Rückblick auf die Veranstaltung findet ihr als Gastbeitrag von mir auf dem Blog der duotincta. Lesen lohnt sich. Merci vielmals für den schönen Abend! Und auf viele weitere gemeinsame Lesungen!

Lesung bei den „# 4 Leszeiten“ des Verlags duotincta. 18.Dezember 2018, Periplaneta Literaturcafé. Foto: Ike Reiter

Rückblick auf den Weg meines Erzählbands „Vom Dazwischen“

Viel ist passiert. Blicke ich zurück, ist es erstaunlich, was rund um meinen Erzählband Vom Dazwischen bisher passiert ist. Stetig findet er neue Leser*innen und verschafft sich mehr Gehör. Für die Autorin ist das natürlich eine wunderbare Entwicklung…!

Wie es mit Vom Dazwischen anfing? Nachdem mein erster Erzählband Von Verwandlungen so gut angekommen war, habe ich den Mut gefunden, mit meinem zweiten Erzählband so richtig an die Öffentlichkeit zu gehen – nicht mehr mit angezogener Handbremse. Also habe ich Geschichten aus Vom Dazwischen (das Buch war noch in Arbeit) an zwei Berliner Vorlesebühnen geschickt. Mir war es wichtig, als Autorin anonym zu bleiben und ausschließlich Feedback zu meinen Texten zu bekommen.

Der Text Selfiestickerei wurde im Dezember 2017 beim Konzept*Feuerpudel von Alexander Lehnert vorgestellt – und vom Publikum auf Platz 1 gewählt. Ich hatte vor und während der Lesung mit vielem gerechnet, aber nicht damit. Wie das wahrscheinlich allen Autor*innen geht, die chronische Selbstzweifel plagen. Der Text Frau mit Hund (sucht) wurde im Januar 2018 bei books without covers (organisiert von Susann Hochgräf) im TiK von der Schauspielerin Felicity Grist vorgelesen. Wenn man eigene Texte gelesen hört, kann man sehr gut feststellen, wo man noch ein bisschen feilen sollte – was ich anschließend tat – bevor ich beide Erzählungen mit zehn weiteren im März 2018 als Erzählband Vom Dazwischen in meinem Verlag veröffentlichte. (Siehe: vhv-verlag.de)

@ books without covers, 26.01.2018, mit v.l. Wlada Kolosova & Hund (nicht die „Frau mit Hund“;-) ) sowie Felicity Grist, Foto: Svea Landschoof

Die nächste Station war die Leipziger Buchmesse (die ich übrigens zwei Wochen nach einer OP bestritt, obwohl eigentlich sechs Wochen Erholung angesagt gewesen wären – und ehrlich gesagt, gar nicht weiß, wie ich das überlebt habe. Insbesondere den letzten Tag, an dem auch meine Lesung vor Ort stattfand. Für mich war das, im Nachhinein, eine Art Feuertaufe. Lektion: Wenn einem etwas lebenswichtig ist, wird man es schaffen.) Auf der LBM las ich allerdings nicht aus Vom Dazwischen, sondern aus Von Verwandlungen, da ich da schon besser einschätzen konnte, was auf jeden Fall ankommt und sich für ein breiteres Publikum eignet. Ein Glücksfall vor Ort war die Begegnung mit dem Literaturkritiker Malte Bremer von literaturcafé.de – der beide Bücher erstand und, restlos begeistert, eine Buchkritik schrieb. (Hier nachzulesen: literaturcafé.de)

Leipziger Buchmesse 2018, @ Leseinsel Autorengemeinschaft, Foto: Daniel Arnold

Bevor mich jedoch dieses unglaublich motivierende Kritikerlob in den Nachwehen der LBM erreichte, fand die Buchvorstellung im Periplaneta Literaturcafé in Prenzlauer Berg statt. Sie war gut besucht, auch wenn die Hälfte des Publikums aus Freund*innen & Bekannten bestand – und das Feedback wiederum erstaunlich für die ober selbstkritische Autorin. Wie schon bei der allerersten Lesung seit Verlagsgründung (Mai 2017, Lesung aus Von Verwandlungen im eigenen Atelier) fanden nicht nur die Texte, sondern ebenso mein Lesestil Anklang. (Endlich ist mir klar, warum ich ein Schauspiel-Grundstudium absolviert habe…!)

Lesung @ Periplaneta Literaturcafé, 04.05.2018, Foto: Andreas Vierheller

Weitere Lesungen folgten: im Rahmen des Kunstfestivals 48h Neukölln in der LiTE-Haus Galerie (ermöglicht dank des Galeristen & Bildhauers Klaus Eichner), im Rahmen der Art Kreuzberg, im Lesezelt auf dem Mittenwalder Straßenfest (organistert von mog.61, Verleger Robert S. Plaul und mir) sowie bei den Lesebühnen tati liest underground in Prenzlauer Berg (organisiert von Holger Heiland) und Sprechstunde: Nebensatz in Kreuzberg (organisiert von Robert Klages).

@ Sprechstunde: Nebensatz, Berlin-Kreuzberg, 27.10.2018, Foto: Jürgen Volk
@ 48 Neukölln, LiTE-Haus Galerie, 24.06.2018, Fotos: Klaus Eichner

Mehr Lesungen stehen an, z.B. im Rahmen der diesjährigen BUCHBERLIN und auf Einladung des Verlags duotincta. (Siehe: Termine)

Unglaublich wichtig für die Verbreitung von Vom Dazwischen waren und sind auch alle Buchblogger*innen, die ich dank Lovelybooks & sozialer Netzwerke entdeckte oder sie mich und die Lust auf das Buch einer völlig unbekannten Autorin hatten/haben. Schließlich ist man, heute mehr denn je, auf Influencer*innen angewiesen – überhaupt auf Menschen, die zur Verbreitung beitragen. Was mich von dieser Seite bisher an Rückmeldungen und Eindrücken erreicht hat, ist ein großes Geschenk. Rezensionen zu lesen und zu erfahren, was wie aufgenommen/empfunden wurde, bleibt wahrscheinlich eins der spannendsten Erlebnisse im Autor*innenalltag. – Das allergrößte Geschenk, sei an dieser Stelle hinzugefügt, sind für mich Literaturbegeisterte, die schon den zweiten Erzählband von mir lesen. Und zwar freiwillig. Und dann Parallelen, Variationen, Entwicklungen feststellen und darüber schreiben. WOW. Wie großartig ist das! Jeder fremde Blick auf das eigene Werk erweitert ja den eigenen – und damit den eignen Horizont allgemein.

Wie es weitergeht? Da lasse ich mich gerne überraschen. Und tue natürlich weiterhin, was ich kann.

Ein Fazit? Mein Fazit? Machen. Und weitermachen. Alles, was einen Weg finden soll, findet einen Weg – da bin ich mir sicher. Außerdem lässt sich beim Machen feststellen, ob man mit Herzblut dabei ist oder bloß einer fixen Idee erlegen. Auch findet man sich schon nach einigen Monaten ganz bestimmt an einem völlig anderen & unerwarteten Punkt der Geschichte der eigenen Geschichten wieder. Und genau das will man schließlich.

Neugierig? Hier geht`s zur Leseprobe.

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…Schließlich nähert sich Weihnachten – und ein Buchgeschenk kommt immer gut!